Ratan – idyllisches Dorf am Meer

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Adresse: Ratan, 91597 Bygdeå

Ratan ist eine vielschichtige Ortschaft. Sie bietet dem Besucher eine schöne Natur mit kürzeren Wanderwegen und eine interessante Kulturgeschichte. Ratan hat einen natürlichen, tiefen Hafen, der den Ort im 18. und 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt machte.

In heutigen Ratan, einem kleinen Küstenort mit etwa 50 Einwohnern, haben sich die Idylle und Stille neben allen geschichtlichen Erinnerungen am Leben gehalten. Das Dorf hatte einen der besten Häfen zwischen Stockholm und Torneå, und um den Hafen herum entstand hier ein ungewöhnliches Dorf – eine Ministadt. In der Geschichte von Ratan geht es um die Bedeutung, die ein Hafen in Zeiten hatte, in denen alle Transporte über den Seeweg erfolgten.

Im 18. Jahrhundert erlebte Ratan seine größte Epoche als Hafenort. Von hier aus fuhren Schiffe in andere Teile von Schweden und dann auch weiter ins Ausland. Die Hafen-, Lotsen- und Zollgeschäfte gingen bis ins 20. Jahrhundert gut. Aus dieser Seefahrtsepoche sind viele Zeitzeugen erhalten geblieben. Das riesige Leuchtfeuer auf der kleinen Insel Rataskär wurde 1820 als Seezeichen und Lotsenausblick gebaut. Der Leuchtturm auf Rataskär wurde 1889 gebaut.

In Ratan blieben auch Hinweise auf das im 18. Jahrhundert starke Interesse an der Wasserabsenkung in den Meeren erhalten. Zur Messung des scheinbaren „Absinkens”, das ja in Wirklichkeit auf die Landhebung zurückzuführen war, wurden Wasserstandsmarkierungen in die steilen Uferfelsen geschlagen. Ein Mareograf wurde in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut, damit der Wasserstand besser erfasst werden konnte. Dieser Mareograf kann auch heute noch auf dem Hafengelände besichtigt werden.

Im Hafen sind auch noch die alten Schuppen vorhanden, in denen die Firma „Hantverk i Ratan“ ihren Sommerladen hat. Der Hafen ist mittlerweile ein Gästehafen mit Quickstop für Wohnwagen und einem Servicegebäude für die Gäste.

Ratan ist außerdem der Ort, an dem die letzte Schlacht auf schwedischem Boden im Jahr 1809 im schwedisch-russischen Krieg von 1808 bis 1809 stattfand. Wehranlagen und Kriegsgräber sowie Kugeleinschläge in Gebäuden erinnern auch heute noch an diese Schlacht. In der Schlacht stießen Russland und Schweden aufeinander. In Verbindung mit der Feier anlässlich des Gedenkjahres 1808/1809 am 19. August 2009 weihte ihre Majestät die Königin von Schweden die taktile Karte (Blindenkarte) in Ratan ein.

Der Kulturraum von Ratan befindet sich im Obergeschoss des alten Zollhofs (Tullgården). Das Haus wurde im Jahr 1861 als Büro und Wohnung für den Zollverwalter gebaut. In der Ausstellung erfährt man mehr über die Landhebung, die Hafenepoche und die Kriegsereignisse im Jahr 1809. Im Zollhof Tullgården gibt es auch ein Restaurant und Café. Im Sommer sind diese täglich geöffnet.

Neben dem Hafen ist die Insel Rataskär mit mehreren archäologischen Fundstätten und Kulturhinterlassenschaften wie Labyrinth-Anlagen, Kompassrosen, Steinformationen und Netztrockengestellen interessant. Bei den Steinformationen handelt es sich um die Grundmauern von Übernachtungshütten aus dem 17. Jahrhundert, die von Fischern und Robbenjägern genutzt wurden. Das älteste der beiden Labyrinthe stammt vom Ende des 16. Jahrhunderts. Der Uferbereich der Insel, deren höchster Punkt 21 Meter über dem Meer liegt, besteht aus Felsen und Geröll. Ansonsten besteht Rataskär aus Urgestein mit einer Baumvegetation aus Fichten, Kiefern und Wacholder. Die Insel ist nur mit einem in Ratan zu mietenden Boot zu erreichen.

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Entfernung

  • Aussicht
    Ratan 21 m